Manche Menschen scheitern still und leiseere hingegen auf spektakuläre Weise. Der deutsche Geschäftsmann Franjo Pooth, der vor allem als Ehemann der Werbe-Legende Verona Pooth bekannt ist, gehört definitiv zur zweiten Gruppe.
Sein finanzieller Zusammenbruch Ende der 2000er Jahre war mehr als nur eine Geschäftsgeschichte; er umfasste Bestechung, teure Fernseher und Bankschulden, die schließlich 27 Millionen Euro überstiegen. Was von Franjo Pooths Vermögen übrig geblieben ist, ist eine Frage, die es ernst zu nehmen gilt, jetzt, da sich der Staub weitgehend gelegt hat.
Pooth wuchs in einer angesehenen Familie auf und wurde 1969 in Meerbusch-Büderich, einem beschaulichen Vorort von Düsseldorf, geboren. Sein Vater arbeitete als Architekt in der Gegend. Er besuchte ein Internat in Bonn-Bad Godesberg, begann ein Architekturstudium, brach dieses jedoch nach zehn Semestern ab, ohne einen Abschluss zu erwerben.

Ein Mann, der zwar den Bauplan entwerfen konnte, das Bauvorhaben aber nie vollendete, hat fast schon symbolischen Charakter. Er arbeitete für einige Internet- und Kommunikationsunternehmen in Köln, bevor er sich selbstständig machte wie viele aufstrebende Männer zu jener Zeit.
Als Pooth 2003 die Maxfield GmbH gründete, gab es auf dem Markt noch Platz für kleinere Unternehmen, die MP3-Player verkauften. Das Geschäft entwickelte sich rasant. Pooth schaffte es 2005 unter die Finalisten für die Auszeichnung “Entrepreneur of the Year” von Ernst & Young, als der Jahresumsatz um 250 Prozent auf 35 Millionen Euro gestiegen war.
Gemeinsam traten er und Verona in Talkshows auf und nutzten ihren Ruhm erfolgreich, um für die Marke zu werben. Für einen kurzen Moment war das energiegeladen und clever es schien, als könnte es funktionieren.
Doch dem war nicht so: Maxfield meldete Anfang 2008 Insolvenz an und führte dabei eine übermäßige Verschuldung als Grund an. Von 461 Gläubigern wurden Forderungen in Höhe von rund 27 Millionen Euro angemeldet.
Als das Verfahren 2015 endgültig abgeschlossen wurde, hatte der Insolvenzverwalter nur etwa 2,4 Millionen Euro eingezogen, was bedeutete, dass die Gläubiger für jeden Euro, der ihnen geschuldet wurde, nur etwa neun Cent erhalten hatten. Am Ende nahm die Stadtsparkasse München, sein größter Gläubiger mit 9,3 Millionen Euro, 820.000 Euro und zog sich zurück. Die Besonderheit dieses Vergleichs dass fast 8,5 Millionen Euro einfach verschwunden sind lässt sich kaum übersehen.
Was während der Ermittlungen zutage trat, verschärfte die Situation erheblich. Trotz Bedenken des bankeneigenen Beirats räumte Pooth ein, zwei Führungskräfte der Stadtsparkasse mit teuren Bang & Olufsen-Fernsehern im Wert von mehr als 9.000 Euro bestochen zu haben, um eine Kreditlinie in Höhe von 9,3 Millionen Euro zu erhalten.
Zudem verwendete er rund 16.000 Euro aus Geschäftskonten für die Renovierung seiner privaten Londoner Wohnung und verbuchte dies fälschlicherweise in den Büchern, die er von einem britischen Handelsvertreter gekauft hatte, um Maxfield gegenüber Konkurrenten zu begünstigen.
Im März 2009 wurde er von einem Gericht in Québec ohne vollständiges Gerichtsverfahren zu einem Jahr Bewährung und einer Geldstrafe von 100.000 Euro verurteilt. Er gab damals an, über kein Vermögen mehr zu verfügen, sodass er die Geldstrafe nicht zahlen konnte.
Wie hoch ist das aktuelle Vermögen von Franjo Pooth? Angesichts der Tatsache, dass seine finanzielle Situation bislang sehr undurchsichtig war, gehen die Schätzungen weit auseinander und sollten mit einer gewissen Skepsis betrachtet werden. Für das Jahr 2024 wurden Zahlen von etwa 1 Million Euro genannt, doch einige Quellen, die sich auf seine Rückkehr ins Geschäftsleben berufen, gehen von höheren Beträgen aus.
Seit März 2022 ist Pooth bei Pacific Healthcare tätig, einem Unternehmen, das Produkte auf CBD-Basis herstellt und vermarktet. Obwohl die Gesamtentwicklung der Branche uneinheitlich war, hat dieser Sektor in den letzten Jahren viele hoffnungsvolle Investoren angezogen. Es ist wirklich unklar, ob dieses Vorhaben eine echte finanzielle Erholung darstellt oder nur eine weitere Phase ist.
Die Familie hat eindeutig einen Neuanfang gewagt, zumindest was den Wohnort betrifft. Im Jahr 2025 zogen die Pooths von Meerbusch-Büderich nach Dubai und schlossen sich damit der wachsenden Zahl europäischer Unternehmer an, die das Steuerklima in der Stadt am Golf als recht günstig empfinden.
Wenn man die Entwicklung dieser konkreten Geschichte über zwei Jahrzehnte hinweg verfolgt, scheint es, als habe Franjo Pooth stets irgendwo zwischen Ehrgeiz und Chaos agiert zwischen dem Drang, etwas zu schaffen, und der Neigung, dabei Abkürzungen zu nehmen.
Die Frage, was er aus einem Zusammenbruch gelernt hat, der Hunderte von Gläubigern Millionen Euro gekostet hat, die sie nie erhalten haben, scheint Vorrang vor seinem Vermögen zu haben, wie hoch dieses auch immer sein mag. Die Zahlen geben dies nicht angemessen wieder.
