Manche Köche sind einem wegen ihrer Lautstärke bekannt. Steffen Henssler reißt vor der Kamera Witze, während Tim Mälzer durch die Küche brüllt. Und dann ist da noch Max Strohe, ein Mann, der das Erzählen von Geschichten der Inszenierung und das Kochen den Erklärungen vorzieht. Jedem, der ihn in „Kitchen Impossible“ gesehen hat, wie er gelassen, fast nachdenklich vor einem unbekannten Gericht stand, ist klar, dass das Leben diesen Koch geprägt hat – und dass er sein Leben außerhalb der Küche geheim hält.

Vater zu sein war für Max Strohe nie ein großes Thema. Schließlich kam ans Licht, dass er eine Tochter namens Emilia aus einer früheren Beziehung hatte, deren Identität er nie öffentlich machte. Als sein Buch *Kochen mit offenem Herzen* im September 2022 erschien, erwähnte er in einem Interview mit dem „Stern“ beiläufig, dass seine Tochter zwölf Jahre alt sei. Das ist fast vier Jahre her. Nach aktuellen Berechnungen ist sie etwa sechzehn Jahre alt, eine Teenagerin in der Blüte ihres Lebens.
Vater zu sein war für Max Strohe nie ein großes Thema. Was wir über Emilia wissen, erfahren wir Stück für Stück. Hier ein Zeitungsinterview, dort ein Podcast. Im März 2026 sprach Strohe in der „Zeitgeist“-Reihe der *Zeit* über seine Wochenenden. Er schwärmte, fast schon zärtlich, von seinen Kochabenteuern mit seiner Tochter. Keine große Erklärung, keine lange Rechtfertigung. Es ist ein einziger Satz, der mehr sagt als eine Pressemitteilung. Es ist schwer zu übersehen: Dieser Sprecher betrachtet Vaterschaft als einen natürlichen Teil des Lebens und nicht als PR-Gag.
Allerdings war dieses Leben über einen beträchtlichen Zeitraum hinweg alles andere als geordnet. Strohe wuchs im Ahrweiler Ortsteil Sinzig als Sohn eines Antiquitätenhändlers auf und brach die Schule vorzeitig ab. In einem Buch, das man nicht lesen kann, ohne einen Moment innezuhalten, sprach er offen über Drogen, Umwege und Neuanfänge. Es ist keine heldenhafte Geschichte, aber eine wahre – dass dieser Mann Vater wurde und dass dieser Weg zu einem Michelin-Stern führte.
Es ist keine heldenhafte Geschichte, aber eine wahre – dass dieser Mann Vater wurde und dass dieser Weg zu einem Michelin-Stern führte. Seit 2015 führen er und Ilona Scholl das „Tulus Lotrek“ in Berlin. Der französische Maler Toulouse-Lautrec, ein bekannter Außenseiter und Beobachter seiner Zeit, wird durch den Namen des Restaurants geehrt. Strohes Wahl dieses Namens ist kein Zufall. Das Restaurant, das seit 2017 einen Michelin-Stern trägt, liegt an der Fichtestraße in Berlin-Kreuzberg, eingebettet zwischen einer alten Gebäudefassade und einem charmanten Innenhof. Wer dort gegessen hat, sagt meist: „Es fühlt sich nicht wie ein Michelin-Stern-Restaurant an.“ Es ist, als würde man bei jemandem zu Hause zu Abend essen, der wirklich Freude am Kochen hat.
Zumindest teilweise wächst Emilia in diesem Umfeld auf. Es ist unklar, ob sie bei Strohe wohnt oder ob sie Zeit miteinander verbringen. Es ist offensichtlich, dass sie mit ihm kocht, sich in seiner Küche auskennt und ein fester Bestandteil seines Lebens ist. Möglicherweise sieht sie diesen Vater anders als die Fernsehzuschauer – vielleicht als jemanden, der am Wochenende Knoblauch brät und erklärt, warum das richtige Timing entscheidend ist, und nicht als Fernsehkoch, der gegen Mälzer antritt.
Strohe ist seit einiger Zeit mit der Journalistin und Autorin Sophie Passmann liiert. Zusammen haben sie keine Kinder. In Berlin-Mitte, wo sich die Gastronomie und die Kulturszene gelegentlich erheblich überschneiden, sprechen sie so gut wie nie über ihre Beziehung. Es gibt kein sorgfältig kuratiertes Paarprofil und keinen inszenierten Instagram-Account über ihre gemeinsame Zeit. Es gibt nur vereinzelte Hinweise darauf, dass jemand an seiner Seite ist.
Natürlich weiß niemand, was Emilia, die Tochter von Max Strohe, denkt, wenn sie ihren Vater heute im Fernsehen sieht. Vielleicht hält sie das für ganz normal. Vielleicht findet sie es, wie die meisten Teenager, peinlich. Vielleicht kann sie mittlerweile besser kochen als er. Er würde höchstwahrscheinlich lächeln und Letzteres bestätigen. Denn Strohe ist der Typ Mensch, der Kraft in anderen findet, sogar in seiner eigenen Tochter.
