Zu Beginn des Sommers wird der Wörthersee von einem einzigartigen Licht erhellt, das morgens blassblau, fast metallisch wirkt und abends wärmere Töne annimmt. In einer solchen Umgebung schmeckt jede Mahlzeit ein wenig besser, als sie es eigentlich verdient. Es war nicht besonders schwer, die beliebte deutschsprachige Fernsehsendung „Mein Lokal, Dein Lokal“ davon zu überzeugen, diese Gegend Kärntens im Juni und Juli 2026 für eine ganze Wettbewerbswoche zu nutzen. Es stellte sich heraus, dass das Kochen der schwierigste Teil war.
Das Format, das Kabel Eins seit 2013 nutzt, wurde von fünf Restaurants aus der Wörthersee-Region aufgegriffen. Jedes Restaurant war abwechselnd Gastgeber, während die anderen als Gäste, Kritiker und im Laufe der Woche eher als Kollegen auftraten. Gudi Lopan vom „Magdas Lokal“ in Klagenfurt, Tanja Kürbisch vom Restaurant „Laguna“ im Seepark Wörthersee Resort, Klaus Michael Dolleschall von seinem Gourmet-Bistro „Seensucht“ am Seeufer in Sekirn, Miha Pesan vom Restaurant „Kanonenhof“ in Lambichl und Stefan Sternad vom „See“ gehörten zu der äußerst vielfältigen Besetzung.
Das „Stern Restaurant & Lounge“ in Reifnitz verfügt über einen eigenen Steg. Die Vielfalt, die von gehobener Küche am Seeufer bis hin zu geselligen Gastronomiekonzepten reichte, ließ die Woche weniger wie einen reinen Wettbewerb, sondern eher wie eine kurze Tour durch das Angebot dieser Region wirken.

Bereits Monate vor Beginn der Ausstrahlung, im Herbst 2025, waren die Dreharbeiten in vollem Gange. Man hat das Gefühl, dass die Dreharbeiten außerhalb der Hochsaison den Teilnehmern mehr Freiheit verschafften – längere Abende, weniger Touristen und mehr Raum für echte Gespräche. Berichten zufolge entwickelte sich das, was als professioneller Wettbewerb begann, schnell zu etwas Aufrichtigerem. Es entstanden Freundschaften. Die Teilnehmer lernten voneinander. Natürlich strebt die Sendung immer nach einer solchen Erzählung, doch in diesem Fall sprechen die Teilnehmer darüber, ohne den werblichen Glanz, der solche Äußerungen normalerweise begleitet.
Der Fachjuror der Sendung, Starkoch Ali Güngörmüş, war die ganze Woche über anwesend und nahm kein Blatt vor den Mund. Am letzten Tag im See.Stern nahm eine Diskussion über Melonenspaghetti und die richtige Art, Pasta zu essen, eine unerwartet humorvolle Wendung.
Als das Thema „Spaghetti zerkleinern“ aufkam – eine Geste, die in der italienischen Kochszene fast als Ketzerei gilt –, unterbrach Güngörmüş mit der Direktheit, die fesselndes Fernsehen ausmacht: „Bitte macht das niemals.“ Vor allem nicht in einem italienischen Restaurant. Und ganz sicher nicht in Italien. Es war nur ein kurzer Moment, aber es ist genau diese Art von präzisem, etwas lächerlichem Detail, das im Gedächtnis bleibt.
Als die Wertung schließlich bekannt gegeben wurde, schien das Ergebnis gut zur Stimmung der Woche zu passen. Das See.Stern und das Restaurant Laguna teilten sich mit jeweils 48 Punkten den ersten Platz, nachdem sie von Güngörmüş eine perfekte Zehn erhalten hatten. Der Kanonenhof schloss die Gruppe mit 41 Punkten ab, während Magdas Lokal und das Bistro Seensucht mit jeweils 44 Punkten gleichauf lagen. Ein solcher Doppelsieg ist in diesem Format ungewöhnlich, und es ist möglich, dass die Juroren nicht zwischen zwei sehr unterschiedlichen, aber gleichermaßen gut umgesetzten Vorstellungen davon unterscheiden konnten, wie ein Restaurant an diesem See aussehen sollte.
Abgesehen davon hatte Stefan Sternad ein persönliches Interesse am Ergebnis. Dani Sternad vertrat das Gasthaus Messnerei am Sternberg, einen Ort mit familiärer Verbindung, der bereits Jahre zuvor eine Staffel von „Mein Lokal, Dein Lokal“ gewonnen hatte. Diesmal stand Stefan selbst vor der Kamera und fungierte sowohl als Koch als auch als Gastgeber. Es war etwas anderes, erneut unter seinem eigenen Namen zu gewinnen. „Was mir mehr bedeutet, sind die Menschen, die ich in dieser Woche kennengelernt habe“, sagte er bedächtig. „Wir haben uns gegenseitig geholfen, Wissen ausgetauscht und zusammengearbeitet, um unsere Region so gut wie möglich zu präsentieren.“
So Tanja Kürbisch. Ihrer Meinung nach war die Woche erfolgreich, weil jedes Restaurant der Gruppe seine einzigartige Identität einbrachte. Sie sah den gemeinsamen Sieg zweier sehr unterschiedlicher Betriebe eher als Anerkennung der Gemeinschaft als Ganzes denn als Ergebnis eines Wettbewerbs. Auch wenn noch unklar ist, ob diese Interpretation ganz zutreffend oder nur großzügig gemeint ist, lässt sie sich im Laufe der Woche kaum vollständig ausschließen.
Die Landschaft war schon immer ein Markenzeichen des Wörthersees. Diese Woche scheinen die Küchen nun aufgeholt zu haben.
