Geboren in San Salvador, ist sie die Tochter eines Managers aus der Pharmabranche, der mit seiner Familie über verschiedene Kontinente hinweg umzog, darunter Bangladesch, Kolumbien und die Demokratische Republik Kongo. Als Ariane Langner an die Pace University in New York kam, um ihren MBA abzuschließen, hatte sie bereits mehr Lebenserfahrungen gesammelt, als die meisten Menschen in einem ganzen Leben machen können. Schließlich nahm sie einen Namen an, der finanziell wertvoller ist als fast jeder andere in der europäischen Geschichte. Die Geschichte von Ariane de Rothschilds Reichtum in deutschen Finanzkreisen als “Vermögen” bekannt geht über eine bloße Erbschaft hinaus. Es geht…
Author: Serena Swift
Ein Mann, dessen Vermögen auf 8 Millionen Euro geschätzt wird, der sich sein Bett selbst macht, einen Lkw-Führerschein besitzt und ein Käsebrot mit einer Cola Zero als ideales Mittagessen ansieht, ist auf seine Weise faszinierend. Dieser Mann ist Jens Hilbert, Reality-TV-Star, Unternehmer, Turnierspringer und eine der wirklich schwer einzuordnenden Persönlichkeiten im deutschen Fernsehen. Hilbert, der am Valentinstag 1978 in dem kleinen hessischen Ort Otzberg geboren wurde, wuchs damit auf, seinen Eltern bei der Arbeit in der Solariumsbranche zuzusehen. Das hat nichts Glamouröses an sich. Nachdem er seine Ausbildung zum Bankkaufmann abgeschlossen und neben seiner Tätigkeit als Kellner einen Abschluss in…
Wenn Eltern ihrem Kind die Kontrolle über ihre Finanzen übertragen, ist das ein subtiler, aber einschneidender Moment. Das kommt selten vor, und wenn doch, sind die Gründe dafür meist viel nuancierter, als man denkt. Jenny Elvers, eine deutsche Schauspielerin, die Mitte der 1990er Jahre berühmt wurde und seitdem vor allem durch Reality TV Auftritte und Schlagzeilen in der Boulevardpresse aufgefallen ist, scheint ihren Bruchpunkt erreicht zu haben, als ihr Sohn Paul ihre finanzielle Notlage erkannte und beschloss, dass es an der Zeit sei. Paul Jolig ist einundzwanzig. Derzeit kümmert er sich um die Finanzen seiner Mutter und leitet zusätzlich sein…
Die Geschichte von Roland Ludomirska hat etwas fast Theatralisches an sich, das einen in ihren Bann zieht. Ein Mann, der noch vor seinem zwanzigsten Lebensjahr seine Mutter und seine Schwester verlor, der mit seiner Familie auf Wiener Bauernmärkten Obst und Gemüse verkaufte und all das irgendwie in ein kleines Imperium verwandelte, das auf teurem Käse und Champagner basiert und der dann mit einem privaten Hubschrauber zu einer Reality-TV-Show flog. Es ist die Art von Biografie, die sich nicht ganz in eine ordentliche Erzählung einordnen lässt, was wahrscheinlich der Grund dafür ist, dass im Internet immer wieder Fragen zu Roland Ludomirskas…
Roland Ludomirska hat etwas ausgesprochen Theatralisches an sich. Er kommt mit dem Hubschrauber an, streut 500-Euro-Scheine in die Runde und posiert in Whirlpools mit Champagnergläsern und handwerklich hergestellten Käserädern. Es ist eine Rolle, die bewusst inszeniert und sorgfältig gepflegt wurde eine Zeit lang eine erfolgreiche Geschäftstaktik. Auf der scheinbar einfachen Prämisse, dass Käse denselben kulturellen Stellenwert haben sollte wie Kaviar oder ein Jahrgangs Pol Roger, baute Ludomirska Berichten zufolge seinen Ruf und sein Vermögen auf. Sowohl als Statement als auch als Mahlzeit. Seine Marke “Crazy Cheese Manufacture” wurde um diese Idee herum aufgebaut. Sie bot saisonale Sorten wie “Pumpkin Spicy”…
Die finanzielle Geschichte von Tatjana Gsell hat fast schon etwas Shakespearehaftes. Nachdem sie 173 Tage lang in Nürnberg inhaftiert war, verließ sie die Stadt im Alter von 32 Jahren, um eine 2,2 Millionen Euro Villa mit Swimmingpool, Sauna, Springbrunnen und einem Flügel am Kamin zu erben. Als sie Ende dreißig war, wurde dieselbe Villa diskret für 1,1 Millionen Euro zum Verkauf angeboten, was angeblich 700.000 Euro unter ihrem tatsächlichen Wert lag. Die Gläubiger pfändeten die Mieteinnahmen die Gesamtverschuldung belief sich auf fast 2 Millionen Euro. Die einzigartige Grausamkeit dieses Werdegangs lässt sich kaum übersehen. 1991, im Alter von 18 Jahren,…
Warme Hefe, karamellisierter Zucker, Butter, die so lange erweicht wurde, bis sie eine braune Farbe annimmt, und ein ganz bestimmter Küchenduft, der so typisch für den Ostersonntagmorgen in Deutschland ist all das steigt einem meist schon in die Nase, bevor man richtig wach ist. Der Osterzopf, der meist schon seit dem Vorabend in einer warmen Ecke der Küche ruht, ist ein geflochtenes Hefebrot, um dessen Perfektionierung Bäckereien im ganzen Land wochenlang wetteifern. Teig braucht seine Zeit. Der Brauch dahinter auch nicht. Das Backen zu Ostern ist in Deutschland eine ernste Angelegenheit. Es hat Struktur, Symbolik und, um ehrlich zu sein,…
In den Küchen in ganz Deutschland, Österreich und Luxemburg beginnt irgendwann in der zweiten Dezemberwoche ein bekannter Brauch. In einer Art feierlicher Stille öffnet jemand einen Schrank, holt ein Gerät heraus, das seit einem Jahr nicht mehr benutzt wurde, wischt den Staub ab und stellt es auf die Arbeitsplatte. Der Raclette-Grill ist zurück. Millionen von Haushalten erleben dies gleichzeitig, fast ohne ein Wort zu wechseln, wie aus einem Instinkt heraus. Wenn man einmal genauer darüber nachdenkt, ist die Verbreitung von Fondue und Raclette an Silvester in den deutschsprachigen Ländern ein wahrhaft eigenartiges kulturelles Phänomen. Diese beiden Gerichte wurden aus der…
Zwischen dem ersten Bissen und dem unvermeidlichen zweiten Eintauchen verwandelt sich eine Pommes frites von einem Lebensmittel in etwas völlig anderes. Nicht ganz Erinnerung, nicht ganz Ritual, sondern etwas dazwischen. Im Stehen gegessen, unterwegs, auf einem Jahrmarkt, aus einer Papiertüte im Regen dieses kleine goldene Ding wird, wenn es richtig zubereitet wird, zweimal frittiert und durch eine Pfütze aus Ketchup, Mayonnaise oder einer gewagten Kombination aus beidem gezogen. Es ist schwer zu übersehen, wie viel menschliche Emotion in etwas so strukturell Einfaches gepackt ist. Die Fast-Food-Branche hat gelitten. Gesundheitstrends, pflanzliche Ersatzprodukte, das gelegentliche moralische Gewissen in Bezug auf hochverarbeitete Lebensmittel…
In einem bayerischen Dorf herrscht in den Tagen vor dem 1. Mai ein gewisses Chaos. In Schichten bewachen junge Männer einen bemalten Pfahl in einer Scheune, denn sollte das Nachbardorf versuchen, ihn zu stehlen, müsste die gesamte Gemeinde ein Fest veranstalten und den Dieben kostenloses Bier spendieren, um ihn zurückzuholen. Das klingt fast lächerlich. Dennoch findet dies seit Jahrhunderten in unterschiedlicher Form statt. Hinter dem Maibaum jenem hohen, reich verzierten Pfahl, der auf dem Dorfanger aufgestellt wird steckt schon immer viel mehr als nur das Tanzen. Nicht der Pfahl selbst macht die Maibaumtradition so faszinierend, sondern alles, was sich darunter…
